Wie Sie jeden Menschen überzeugen

Kennen Sie das, Sie sind in einem Gespräch und haben die besten Argumente auf ihrer Seite, die klar aufzeigen, dass sich Ihr Gegenüber irrt und dennoch beharrt dieser auf seiner Position? Teilweise fühlt er sich sogar noch zusätzlich in seinem Standpunkt bestärkt.

Überzeugen aussichtslos?

Woran liegt das? Handelt es sich einfach nur um einen unbelehrbaren Sturkopf, der nicht zugänglich ist für andere Meinungen? Zugegeben, im ersten Moment ist das der naheliegende Gedanke, aber die Wahrheit ist, dass man oft die falsche Strategie gewählt hat. Denn wer versucht andere von seiner Meinung zu überzeugen begeht oft einen Fehler. Unterbewusst verfällt man nämlich in den Reflex, recht zu haben. Dieses beharren darauf recht zu haben ist ein vollkommen natürlicher Reflex, der eben auch bei unserem Gegenüber vorhanden ist.

Logik versus Erfahrung

Das führt dazu, dass wir versuchen die gegenteilige Meinung mit Beweisen wegzuargumentieren. Das können wie in der aktuellen Zeit die Corona Schutzmaßnahmen sein, die man mit wissenschaftlichen Argumenten belegt.

Allerdings vergessen wir dabei, dass das menschliche Gehirn verschiedene Mechanismen anwendet, wenn es neue Informationen erhält. So werden Informationen die wir erhalten automatisch mit dem bereits erlebten beziehungsweise mit den vorher gefestigten Überzeugungen abgeglichen. Je mehr sich die neuen Informationen von den bisherigen Ansichten unterscheiden, desto niedriger ist die Chance, dass diese als relevant wahrgenommen werden.

Das Gehirn überlisten

Hat man dann überhaupt eine Chance jemanden zu überzeugen, wenn er selbst von seiner Meinung überzeugt ist?

Ja, allerdings sollte man dabei nicht versuchen die fest verankerte Überzeugung ins Wanken zu bringen. Viel sinnvoller ist es stattdessen, eine komplett neue Überzeugung in den Kopf seines Gegenübers zu bringen.

Diese neue Überzeugung ermöglicht es dann mittelfristig die bereits verankerte Überzeugung zu hinterfragen und zu ersetzen. Grundsätzlich ist es dabei auch hilfreich, der Person das Gefühl zu vermitteln, dass sie selbst darauf gekommen ist.

Das höhere Ziel

Am besten gewinnt man dabei Menschen, wenn man gemeinsame Motive für etwas entdeckt und diese dann in der Diskussion verstärkt. Dabei sollte man nie vergessen, dass grundsätzlich jeder gerne Recht behält. Allein schon deswegen, weil das Eingeständnis, im Unrecht gewesen zu sein, bedeuten würde, dass einige Entscheidungen die man in der Vergangenheit getroffen wurden, falsch waren.

Wenn Sie also wieder einmal in einer Diskussion feststecken, versuchen Sie die gemeinsamen Motive zu finden, stärken Sie diese und appellieren Sie an das gemeinsame Ziel. Dann können sie ihn vielleicht auch in der eigentlichen Sache umstimmen.

Besonders erfolgsversprechend ist es, wenn Sie dabei ein höheres Ziel als gemeinsames Motiv finden. Also etwas, wofür es sich lohnt gemeinsam zu kämpfen und gegebenenfalls auch Opfer zu bringen.

Published On: Oktober 21st, 2021 / Categories: Psychologie, Rhetorik / Tags: , , /

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